Der Name Hütte ist zurückzuführen auf den Stammkotten der Familie, der an der Pannhütte lag und wo später eine Ziegelei erbaut wurde. Der Kotten wurde 1722 von Urban Holtwiesche und seiner Frau Anna Maria Eiferds erbaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist in einem Katasterverzeichniss von einem Heinrich Hütte, genannt Dracke auf der Langfort, die Rede. Heinrichs`s Ehefrau war eine geborene Dracke.

Der letzte Besitzer der Familie Hütte war Wilhelm Hütte, geboren 1904. Wilhelm war Junggeselle und lebte in dem Haus bis zu Schluss mit seiner Vollblutstute „Mieze“ nach altwestfälischer Sitte unter einem Dach.

Das Haus ist ein typisch niedersächsischer Vierständerbau. Das Giebeldach ist im Bereich des Schlafraums an einer Seite abgeschrägt und die Deckenhöhe beträgt 2,10 mtr,vermutlich waren dort Bettschränke eingebaut.

Der gesamte Kotten war ein Musterbeispiel für die Wohnverhältnisse im 18. Jahrhundert. Betrat man das Haus durch das große Scheunentor, kam man in die Deele, und es befanden sich rechts und links Ställe für Kühe, Pferde und anderes Vieh. Am Ende der Deele kam man in den Wohnbereich mit Schlafkammer und Wohnküche. Im Obergeschoß befand sich der Heuboden und noch 3 weitere Kammern die als Schlafkammern genutzt wurden.

Im Anbau des Hauses, zu dem man durch einen Waschraum gelangte, befanden sich ein Backhaus und eine Räucherkammer.
In dem Waschraum war auch das Klosett und eine Pumpe, mit der aus einem Brunnen im Hof das Wasser gepumpt wurde.

Auf dem Balken am Eingangstor befindet sich noch heute eine Inschrift:

„Was Gott tuht ist wohlgetahn sein Wille ist der Beste Dises Haus befehlen wir in Gotes Hand Er wolle es bewahren Für Feur und Brand Er wolle seinen Segen GBN dazu das wir und unsere liben Kinder und Enckel …………. (Rest nicht mehr lesbar)
Buer Urban Holtwiesch ANNO 1722 Erle Anna Maria Eiferds"

Der Kotten ist das älteste Haus in Erle. Nach dem Tod von Wilhelm Hütte wurde der Kotten restauriert und befindet sich seit dem 16. Oktober 1984 auf der Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen.

 

Die "gute Stube" und die Deele

Fotos: (c) Franz Weber und (c) M.Westphal