* 1884 Kriegerverein Erle-Middelich-Sutum

* 1887 MGV 1887 "Heideblümchen" (1924 Fusion mit "Sangeslust", 1968 Fusion mit Werkchor "Graf Bismark")

* 1888 Kath. Kirchbauverein Erle-Middelich-Sutum

 * 1891 Ostpreußischer -evangelischer-Arbeiter-Unterstützungsverein Erle-Middelich

* 1895 Kath. Knappenverein St. Barbara -heute KAB

* 1895 Evangel. Kirchbauverein Erle-Middelich

* 1895 Brieftauben-Liebhaber-Verein "Blitz"

* 1896 Cäzilienverein (Kath. Kirchenchor)

* 1896 Polnischer Knappenverein St.Josef

* 1896 Bürger Schützenverein Erle-Middelich

* 1898 Kath. Jünglingsverein

* 1898 Kath. Frauen- und Mütterverein St.Barbara

* 1898 Evang. Kirchenchor Erle-Middelich

* 1899 Marienische Jungfrauen Kongregation St.Barbara

* 1900 Freiwillige Feuerwehr Erle

* 1902 Evangel.-Arbeiter-Verein Erle-Middelich

* 1905 Ostpreuß.-evang.-Knappen-Unterstüzungsverein Erle-Middelich

* 1905 Christl. Verein Junger Männer (CVJM)

* 1907 Kath. Gesellen-Verein Buer-Erle (vor 1908 Turnklub Erle / vor 1908 TV (Turnverein) "Vater Jahn")

* 1908 Ballspielverein Buer-Erle 08

* 1908 Rheinländer-Verein "Germania" Buer-Erle

* 1908 Schlesier-Verein

* 1908 Ostpreußisch-evang.-Gebetsverein zu Buer-Erle (Kronprinzenstraße)

* 1908 Elisabeth-Verein (i.d. Kath. Gemeinde St.Barbara)

* 1909 Evang.-lutherischer-Gebetsverein (Wilhelmstraße)

* 1910 Turnverein Buer-Erle 1910

* 1910 Marieneverein Buer-Erle

* 1912 Evang. Frauenhilfe "Lydia"

* 1913 Evang. Frauenhilfe "Tabea"

* 1914 Bayern-Verein "In Treue fest" Buer-Erle

* 1914 Erle 14 (Fußball)

* 1917 Kleintierzuchtverein 470 Buer-Erle

* 1919 Sportvereinigung Buer-Erle 19 (TV "Vater Jahn" und Erle 14 gingen i.d. neuen Verein auf)

* 1921 Deutsche Jugend Kraft (DJK), 2.Gründung 1928 als "DJK Eintracht Erle"

* 1924 Deutsches Rotes Kreuz Erle

 

* 1925 Schlesierverein Buer Resse Erle e.V.

* 1925 Mandolinen-Musik Verein "Frei weg"

* 1926 Motoradclub Buer-Erle

* 1928 DJK Eintracht Erle

* 1929 Evang. Meister- und Gesellenverein

* 1930 Karnevalsgesellschaft Erler Funken

* 1930 MGV Harmonie

* 1930 Spiel und Sport Buer Erle

* 1931 Zithermusikverein

* 1932 Schrebergartenverein Erle

* 1934 Schachverein Erle 34

* 1938 Spiel- und Turnverein Erle 08 Geschichte

* 1946 Junge Sing- und Spielgemeinschaft - ab 1951 Erle Kinderchor  Historie

* 1946 Evang. Posaunen- und Bläserchor Erle Trinity Brass

* 1949 Evang. Frauenhilfe "Phoebe"

* 1949  Boxclub Erle 49

* 1950 Rassegeflügelzüchterverein Buer-Erle - RGZV

* 1951 Reisevereinigungt Gels.-Erle (Zusammenschluß der Erler Brieftaubenvereine)

* 1951 Erle Akkordeon -Orchester

* 1952 Radsportverein "Pfeil" Erle

* 1952 Jugendwohnheim-Verein Erle (ab 1970 Sozialwerk St.-Georg e.V.) Homepage

* 1956 BV Erle 1956 (Basketball) Geschichte

* 1959 Evang. Frauenhilfe "Hanna"

* 1959 Badminton Sport Verein 1959 e.V.

* 1960 Bürger-Verein-Berger Feld e.V.

* 1961 Siedlergemeinschaft Darler Heide

* 1966 "Orion Orchester" Akkordeon Club

* 1968 FC Erle 68 (Fußball)

* 1969 Werbegemeinschaft Gelsenkirchen-Erle

* 1971  Middelicher SV (Fußball)

* 1974 Schwarz Gelb Erle

* 1976 Interessensgemeinschaft für Langstreckenlauf

* 1976 Gemeinschaft zur Förderung von Kultur, Sport und Brauchtum im Stadtbezirk Gelsenkirchen-Ost

* 1977 Kleingartenverein Erle Nord

* 1978 Tennisgemeinschaft Erle

* 1980 FC Berger Feld - Der Verein wurde am 28.03.2009 aufgelöst-

* 1981 Judo Club Banzai e.V.

* 1982 FC Erle - West 82  -Verein aufgelöst-

* 1999 Erler Sportgemeinschaft e.V.

* 1999 Lauf- und Walkingtreff der Erler- Sportgemeinschaft e.V.

* 2005 Angelfreunde Gelsenkirchen- Erle 05

============================================================

Andere Vereine:

* 1. Badminton-Club Medusa e. V.  Frankampstraße 5

* Gelsenkirchener Golf-Club Haus Leythe e. V.  Middelicher Straße 72  www.haus-leythe.de/

* Erler-Sportgemeinschaft e.V.  www.esg-lauftreff.de/index.php

* Gelsenkirchener Kanu-Club e. V.  Münsterstr. 68 b  http://www.gelsenkanu.de/

* Reiterverein Gelsenkirchen e. V.  Willy-Brandt-Allee 17a  http://www.reitervereingelsenkirchen.de/

* Tauchsport-Club Poseidon GE e. V.   www.tsc-poseidon.de/
 

========================================================================================

Die Geschichte der Sportvereine in Erle ist so umfangreich in ihren Ereignissen, Erfolgen, Siegen, Niederlagen, Hoffnungen, Enttäuschungen, Namen, Gestalten, Persönlichkeiten, daß eine umfassende Darstellung den Rahmen dieser Darstellung sprengen würde. Wer sich aber intensiv mit der Geschichte der Sportvereine in Erle beschäftigt und wie ich Kenntnisse aus eigenem Erleben über fast ein halbes Jahrhundert einbringt, stellt überrascht fest, daß die Geschichte der Sportvereine in Erle zum Spiegelbild für gesellschaftliche, politische, weltanschauliche, wirtschaftliche und kulturelle Vorgänge geworden ist. Bis zum Jahre 1882 war das Gebiet des heutigen Erle nahezu menschenleer: wenig mehr als 100 Bewohner lebten in den beiden Bauerschaften Erle und Middelich. Mit der rasanten Entwicklung des Bergbaus, die 1882 mit der Teufe des Schachtes II der Zechengesellschaft Graf Bismarck begann, explodierten die Bevölkerungszahlen in Erle: Konkrete Zahlen liegen seit 1895 im "Amt Buer" vor - 1895 -4.483 Einwohner, 1900 - 11.498 Einwohner, 1910 - 18.400 Einwohner, 1914/15 - 21.200 Einwohner. Menschliche, gesellschaftliche und soziale Probleme ergaben sich durch die industrielle Expansion, aber auch das erwachende Bewußtsein des Selbstwertes der unter vielen Zwängen lebenden Bergarbeiter zeigte sich. Körperliche Ertüchtigung im Verein war sozialpolitischer Auftrag. In Erle wurden die ersten beiden Sportvereine gegründet - zwei Turnvereine: 1. "Turnverein Vater Jahn Erle" und 2. "Turnklub Erle". Leider gibt es bislang keine Quellen über beide Vereine und nur spärliche Hinweise und einige Erinnerungen noch lebender Bürger aus Erle. Sicher ist, daß beide Turnvereine der sogenannten "Freien Turnerschaft" angehörten. Beide Turnvereine spiegeln die Zerrissenheit und Verwirrung der Turnbewegung in Deutschland während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wider, obwohl sie sich dem Erbe Jahnschen Turnens verpflichtet fühlten. Ganz besonders deutlich wird die Zerrissenheit des Turnwesens in Erle, als Rektor Hell am 7. März 1910 zu einer Besprechung über die Gründung eines Vereins der Deutschen Turnerschaft (DT) eingeladen hat. Mit der Gründung des "Turnverein Buer-Erle 1910" am 13. März 1910 hatte der Ortsteil Erle seine sozialpolitische Färbung in den Turnvereinen: hier "Vater Jahn" und "Turnklub Erle" als Arbeitersportvereine, dort der bürgerliche "TV BuerErle 1910" in der Deutschen Turnerschaft. überzeugend dokumentiert dieses "Bürgerliche" der erste Vorstand des neugegründeten Turnvereins: I. Vorsitzender: Herr Buchhändler Lechtenberg II. Vorsitzender: Herr Rektor Hell I. Schriftwart: Herr Bürobeamter Springer II. Schriftwart: Herr Zechenbeamter Heßling I. Turnwart: Herr Lehrer Steinjahn II. Turnwart: Herr Bürobeamter Weber Kassierer: Herr Drogist Eichentopf Gerätewart: Herr Mechaniker Wattroth I. Beisitzer: Herr Obersteiger Hollinderbäumer II. Beisitzer: Herr Konditor Buthe. Eine weitere Variante in das Vereinsleben der Erler Vereine, die sich der Körperertüchtigung verschrieben hatten, hat zwei Jahre zuvor die Vereinsgründung des "Ballspielvereins Buer-Erle 1908" gebracht. Der uns heute so leicht über die Lippen gehende Begriff "Sport" als sprachliches Sammelbecken für jegliche Art spielerisch-körperlichen Tuns war weitgehend unbekannt. Die Begriffe "Turnen" und "Gymnastik" waren vertraut; der Begriff "Sport" ist sprachliche Importware aus England. Die Sportbewegung, obwohl sie von der Deutschen Turnerschaft als fremdländisch und damit undeutsch bekämpft wurde, hat ihren Siegeszug in Deutschland unaufhaltsam fortgesetzt, weil sie vor allem ein Spiel mitbrachte, das bis zum heutigen Tag wenig an Faszination verloren hat: das Fußballspiel. Bereits 1907 spielten 12 junge Männer in einem Verein ohne Verbandszugehörigkeit Fußball. Im Herbst 1908 übernahm der sehr rührige Paul Eichentopf als Vorsitzender die Führung des Vereins, der Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes wurde. Wie englisch das Fußballspiel war, zeigte über viele Jahre der Gebrauch englischer Fachtermini, die phonetisch dann eingedeutscht wurden. Ich erinnere mich noch an den "keeper", der dann "Kipper" genannt wurde, an den "back" -gesprochen "Heck" -, an den Strafstoß "penalty" - gesprochen "Penaltie" mit Betonung der zweiten Silbe. In Erle hatte der Fußball allerdings zunächst noch nicht die Zugkraft. Der junge Ballspiel-verein Buer-Erle mußte sogar ums Überleben kämpfen. Darum schloß sich der Verein 1909 als Fußballabteilung dem Turnklub Erle an. Doch die Turner konnten sich mit dem neuen Spiel nicht anfreunden, so daß der getane Schritt von den Fußballern als Rückschritt angesehen werden mußte. Der Ballspielverein 08 machte sich 1911 wieder selbständig - mit 19 Mitgliedern. Bis zum Ende des Jahres 1911 erhöhte sich unter dem Vorsitz des Hauptlehrers Hohlmeier die Mitgliederzahl auf 44. Interessant ist ein Vergleich mit der Mitgliederzahl des Turnvereins Buer-Erle 1910 am Gründungstag, dem 13. März 1910. Bei der Gründungsversammlung waren 40 Herren zugegen, von denen 37 ihre aktive Mitgliedschaft erklärten. Der Fußball jedoch war in Erle auf dem Vormarsch. Da aber der Ballspielverein Buer-Erle 08 stärker im Erler Süden beheimatet war, fühlte sich der Erler Norden durch die räumliche Distanz ausgegliedert. Aus diesem Grunde kam es zur Gründung des "Fußballvereins Erle 14" im Norden Erles. Näheres über diesen Verein ist ebenfalls nicht zu erfahren; die Hinweise sind gering. Daß wir so wenig über diesen Verein wissen, mag auch daran liegen, daß die Gründung dieses Vereins in ein schicksalträchtiges Jahr für Deutschland gefallen ist: 1914 -Ausbruch des 1. Weltkrieges. Dieser mörderische Krieg mit seinen unheilvollen Folgen führte im Herbst 1918 zu einem völligen Erliegen des Sportbetriebes in allen Sportvereinen Erles. Eine Schreckensbilanz des 1. Weltkrieges: der Tod hatte die Reihen in den Sportvereinen in erschütternder Weise gelichtet! Tiefes Erschrecken durch den Krieg, Hunger, Steckrübenzeit, politische Unsicherheit lähmten für eine kurze Zeit die Menschen. Doch der Überlebenswille brachte neuen Mut, auch für den Wiederaufbau in den Sportvereinen. Pionierarbeit leistete der BV Buer-Erle 08, der schon am 01.12.1918 die Vereinsarbeit wieder aufnahm; der Turnverein Buer-Erle 1910 folgte mit der Aufnahme des Turnbetriebes in der Mitte des Jahres 1919. In diesem Jahr änderte der Ballspielverein Buer-Erle 08 seinen Namen in "Erler Spielverein 08", weil der alte Name häufig zu Verwechslungen mit dem "Ballspielverein Buer 07" (heute: SSV Buer) geführt hat. Im Jahre 1919 trafen sich die Fußballer von"Erle 1914" und Mitglieder des "TV Vater Jahn", die Freude am Fußballspiel gewonnen hatten, und gründeten im Schützenhaus Holz die "Sportvereinigung Erle 1919". "Erle 1914" und der "TV Vater Jahn" hatten sicher eine Affinität zu der Arbeitersportbewegung; somit war der neue Fußballverein nicht nur räumliches Gegenstück zu SV Erle 08, sondern auch Konkurrenz aus gesellschaftlichen und sozialen Bedingtheiten. Der Geruch des "Bürgerlichen" - oder um einen sozialpolitischen Begriff zu wählen: des "Bourgeoisen" -haftete den Vereinen "SV Erle 08" und "TV Buer-Erle 1910" an. Zu Beginn der zwanziger Jahre wurde die Palette der Sportvereine mit sozialpolitischem Hintergrund erweitert mit Sportvereinen und Sportabteilungen, die weltanschaulich orientiert waren. Prälat Carl Mosterts gründete 1920 die "Deutsche Jugendkraft" (DJK), und auf evangelischer Seite bildete sich innerhalb der Jungmännerbünde das "Eichenkreuz". Für Erle bedeutete dieser Vorgang, daß 1921 die "DJK Eintracht Erle" gegründet wurde unter dem Präside Kaplan Helmus von der St.-Barbara-Pfarrei und 1922 der evangelische Jungmännerverein (CVJM) Erle eine Turnabteilung besaß. Der Spielbetrieb im Verein "DJK Eintracht Erle" stagnierte jedoch und mußte schließlich ganz eingestellt werden, obwohl der Verein über die Kostbarkeit eines eigenen Sportplatzes in der Heistadt westlich der Heistraße verfügte. Grund für das geringe Interesse an der "Eintracht" war wohl der übermächtige ESV 08, der wegen seiner Spielstärke in ganz Westdeutschland bekannt und 1921 in die höchste Fußballklasse, die sogenannte Ruhrgauliga, aufgestiegen war. Die Gegner fürchteten den Sportplatz am Forsthaus, den Freunden wurde er fast zu einer Pilgerstätte. Mehr als 5.000 Zuschauer kamen zu den Spielen, und die Begeisterung bei den Zaungästen hinter dem mannshohen Bretterverschlag war gleich groß. Meine Mutter - Jahrgang 1908 - erzählte mir, welche Freude sie als kleines Mädchen hatte, wenn sie - gehoben auf den Bretterzaun -ihrem Idol, dem Mittelstürmer Hannes Winking, dessen Tore zum Teil Legendencharakter haben, zujubeln durfte. Vielleicht trug aber auch die Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen und Belgier (1923-1925) Schuld an der glücklosen Entwicklung der "DJK Eintracht Erle". Kaplan Book war es, der 1928 für ein Wiederaufleben der "Eintracht" warb. Zur Gründungsversammlung waren etwa 250 bis 300 Personen im Josefs-Heim erschienen. "DJK Eintracht Erle" hat an 1928 als Gründungsjahr festgehalten. Das Jahr 1926 wurde zum Gründungsjahr eines Sportvereins, von dem kaum ein Erler Bürger noch Kenntnis hat. Am 1. Juli 1926 trafen sich mehrere Motorradfahrer aus Erle, um einen Club zu gründen. Unter dem Namen "Motorrad-Club Buer-Erle" schlossen sich 12 Interessenten zusammen; das Forsthaus wurde Club-Lokal. Der technische Fortschritt der motorisierten Fortbewegung nach sportlichen Kriterien - zwar noch jung und für die meisten Erler Bürger unerschwinglich - machte vor Erle nicht halt. Am 24. März 1929 veranstaltet der Club eine "Zielfahrt nach Schloß Berge anläßlich der Anfahrt der Landesgruppe 'West' des "Deutschen Motorsport-Verbandes". Dann verlieren sich die Spuren dieses Clubs. Kein Wunder darum, daß von der Existenz dieses Clubs nur wenige wissen! Verwunderung löse ich bei vielen wohl auch aus, wenn ich den Namen "Spiel und Sport Erle 1930" nenne. Bewußt habe ich "Name und nicht "Vereinsname" gesagt; denn "SuS Erle 30" war Sportabteilung in einem Verein, dem "Evangelischen Gesellen- und Meisterverein Gelsenkirchen-Buer-Erle". Die Sportabteilung war im Handball in hohem Maße erfolgreich: Höhepunkt waren die Aufstiegspiele zur höchsten deutschen Handballklasse. Das Schicksal dieser Sportabteilung besiegelte die NS-Zeit. Auf der Höhe sportlichen Könnens mußte diese Abteilung erleben, daß der eigentliche Verein, der Gesellen- und Meisterverein, am 27. Oktober 1935 von Dr. Robert Ley verboten wurde, demselben Mann, der 1933 im Auftrage Hitlers die Gewerkschaften auflöste und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) gründete. Die Sportabteilung bestand als "SuS Erle 30" weiter, aber 1938 mußten sich die Sportvereine "SV Erle 08", "TV Buer-Erle 1910" und "Spiel und Sport 1930" zum "Spiel- und Turnverein 08" auf Geheiß der Reichssportführung zusammenschließen. Der Nationalsozialismus hatte in alle Lebens- bereiche hinein unerbittlich Einfluß genommen und Kontrolle ausgeübt. Schon 1934 war "DJK Eintracht Erle" Opfer der nationalsozialistischen Unterdrückung der konfessionell gebundenen Sportbewegung. Hier wage ich eine Vermutung: Vielleicht ist aus dem Diktat, den die damalige Politik auf den Sport ausgeübt hat, die Gründung eines besonderen Sportvereins zu verstehen, der die Stille, die Ruhe, das Nachdenken braucht: Im Jahre 1934 wird der "Schachverein Erle 34" gegründet. Die sportlichen Leistungen in den beiden etablierten Sportvereinen Erles sind von den politischen Ereignissen weitgehend unberührt geblieben. SV Erle 08 stieg mit einer großartigen Mannschaft 1935 in die höchste Spielklasse auf, und der TV Buer-Erle 1910 war stolz, daß einige Turnerinnen und Turner sich für das Deutsche Turnfest 1938 in Breslau qualifiziert hatten. Doch das NS-Regime provozierte den 2. Weltkrieg, und dieser unselige Krieg zerstörte nahezu alles, auch das Leben der Erler Sportvereine. Aus den Ruinen wuchs aber neues Leben, und mit dem Mut zum Neuanfang lebten auch die Sportvereine wieder auf. Erneut war es der "SV Erle 08", der den ersten Schritt in eine bessere Zukunft tat. Bereits im Juli 1945 sammelte der verdienstvolle Fußballpionier Ludwig Dallmeier einige Fußballfreunde und begann einen mühevollen Spielbetrieb. Am 15.05.1947 wagte dann die "Sportvereinigung Erle 19" den Neuanfang. Der "TV Buer-Erle 1910" folgte einige Zeit später: am 6. Februar 1949 wurde der Turnverein neu gegründet. Die Sportarten Turnen, Gymnastik, Fußball, Leichtathletik und Handball prägten die Aktivitäten in den Erler Sportvereinen. Die Vielfalt sportlichen Tuns in Erle wurde vergrößert, als 1949 der "Box-Club Erle 49" gegründet wurde. Gründer war Hans Stork, der auf eigenem Grund und Boden seinem Verein eine Boxhalle einrichtete. In den 50ziger Jahren entwickelte sich dann in Erle eine sportliche Lebenskraft, auf die wir, die heute noch in den Sportvereinen tätig sind, mit Wehmut zurückblicken. 1952 ist das Gründungsjahr des "Radsportvereins 'Pfeil' Erle 1952", der damals mit den Gebrüdern Pichotka über unsere Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte. Das attraktive Basketballspiel hielt Einzug in Gelsenkirchen, als der für den Sport verdienstvolle Hans Cornelisen den Basketballverein "BV Erle 1956" gründete. Ohne diesen Wegbereiter "BV Erle 1956" wäre die Basketballabteilung des FC Schalke 04, die in der zweiten Bundesliga spielt, wahrscheinlich nicht denkbar. Wenn ich jetzt die übrigen Erler Sportvereine nur noch aufzähle, dann ist es keine Abwertung: 1968 wurden der Fußballverein "FC Erle 68", 1971 der "Fußballverein Erle Middelich", 1910 der Fußballverein "FC Berger Feld" gegründet. Es sollte auch daran erinnert werden, daß der Bürgerschützenverein Erle eine Sportschützenabteilung hat und daß aus diesem Verein die Bogenschützen Gelsenkirchens hervorgegangen sind. Die Bogenschützen haben sogar eine Deutsche Meisterschaft in der Mannschaftswertung nach Erle gebracht. Für die Zukunft der Erler Sportvereine wünsche ich, daß alle Erler Bürger den Sport in Erle tragen und fördern mögen. "Im Verein ist Sport am schönsten" 




Das Deutsches Rotes Kreuz, Zug Erle
Mitbegründer des Zug Erle waren Zugführer Elschen, der Arzt Dr. med. Grave und Anton Scharberger, in dessem Friseurlokal an der Darler Heide / Ecke Heistraße die Gründung stattfand.

Stefan Waniek war anschließend ab 1929 22 Jahre lang Zugführer in Erle. Er leitete den Erste-Hilfe-Dienst in der Kriegszeit 1939-1945 sowie die Betreuung von Hilfslazaretten während der Bombennächte, unterstützt von Dr. Lübbesmeyer als Zugarzt.
Eine Blütezeit erlebte das DRK Erle unter dem Zugführer Albert Macht von 1955 bis 1959, der später zum Kreisbereitschaftsführer in Gelsenkirchen ernannt wurde.

Im laufe der Jahre konnten durch eine höherer Mitgliederzahl 3 Sanitätszüge, eine Jugendgruppe (JRK) und ein eigener Spielmannszug gebildet werden.

Durch die Stillegung der Zeche Graf Bismarck ging die Mitgliederzahl aber wieder auf Zugstärke zurück. Beim 50jährigen Bestehen 1974 bestand die Führung des Vereins wie folgt:
Zug-Arzt Dr. Hermann Buck
stellv. Zug-Arzt Dr. Klaus Buck
Bereitschaftsführer Herbert Paulke
Gruppenführer Willi Bronischewski
Schriftführer Rudolf Lemmerz
Kassierer Franz Jedrzejewski

An drei Abenden wurden Lehrgänge für Führerscheinbewerber durchgeführt. Diensteinsätze gab es bei allen Veranstaltungen im Bereich Erle. Der Sanitätsdienst im Parkstadion wurde von sämtlichen Bereitschaften durchgeführt, einschließlich der weiblichen Helferinnen und des Jugend-Rot-Kreuz.
 

Quelle und Fotos: Hans Göbel - Vereine formen einen Ortsteil