Wigger - Gaststätte und Kino auf der Cranger Straße

Im Jahre 1930 wurde von der Krankenhaus Elisabethstift GmbH (Elisabeth-Krankenhaus) die später als Wiggerstiftung bekannte Gaststätte mit Nebengebäuden von dem Besitzer Wigge für 87.000 RM angekauft. Zweck des Kaufes war, Vereinsräume für die kath. Jugendvereine und eine Tagesstätte für die kirchlichen Vereine zu beschaffen, und auch ein Kino Saal wurde eingerichtet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus umgebaut, der linke Teil an das Möbelhaus Heese, die Gastwirtschaft an die Eheleute Koch und 1952 der rechte Teil mit Saal als Kino an den Kinounternehmer Stalter verpachtet. 1955 übernahm ein eigens gegründeter Verein „Katholisches Vereinshaus e.V." die Hausverwaltung.

Der Abbruch des Hauses erfolgte im Frühjahr 1982.


==Erinnerungen==

Auf der Cranger Straße befand sich einst zwischen dem Friseurgeschäft Hermann Wieschen und der Gaststätte Erler Hof das Wigger-Theater. An der Straßenfont zu beiden Seiten des offenen, in die Tiefe des Gebäudes verlaufenden Vorraums gab es jeweils einen Schaukasten mit den aktuellsten Filmplakaten und Fotos. In der Mitte über dem Eingang der Schriftzug WIGGER-Theater. In dem zur Cranger Straße hin offenen Vorraum waren beide Wände auf der gesamten Länge bis zum eigentlichen Kinoeingang mit beleuchteten Schaukästen bestückt, in denen die Filmplakate und Szenenfotos des aktuellen und der kommenden Filme zu betrachten waren. An der linken Wand befand sich ein hölzernes Kassenhäuschen mit Schalterfenster, Drehteller und einer gelöcherten, ovalen Sprechscheibe, die von der Kassiererin auch separat zu öffnen war. Die begehrten Eintrittskarten lagen hier in Rollen, farbig nach Sitzplatzkategorie sortiert und wurden von der Dame hinterm Schalter einzeln abgerissen.

 

Camera-Theater in der Wilhelmstraße

Das Camera-Theater war auf der Wilhelmstraße 44 / Ecke Weststraße.

Das Haus wurde 1889 vom Wirt Ernst Jacob als Wohnhaus und Gaststätte errichtet. Bis zu Jacob Tod 1896 kehrten dort Bergleute der Zeche Graf Bismarck ein. Sein Nachfolger Wirt Adelhofen errichtete mit der Übernahme des Hauses einen langezogenen Anbau entlang der Weststraße, um dort einen Veranstaltungssaal einzurichten. 1923 requirierten die Franzosen das Haus und richteten dort ihre Kommandantur ein, um die Reparationszahlungen zu überwachen. Später übernahmen die Gaststätte die Familie Stork und Hans Werner Talareck.

Ende der 1940er Jahre wurde in dem Anbau zur Weststraße hin das Kino durch den Kinounternehmer Stalter eingerichtet. Parallel zum Kinobetrieb fand die Reisevereinigung der damals 34 Erler Brieftauben-Vereine eine Heimat im Gasthaus.

1995 wurde das Gebäude zum Wohnhaus umgebaut,renoviert und der Anbau wurde abgerissen.

 

und wo gab es noch Kinos ?

* Capitol, Cranger Straße 307
* Erler-Lichtspiele - 1920 bis 1923, danach Central-Theater
* Central-Theater, Cranger Straße 318 (früher Bismarckstraße 178)
* Autokino Berger-Feld, Balkenstraße 5
* Village Cinemas, Willy-Brandt-Allee 55, jetzt Multiplex-Kino
* Union Lichtspiele, Middelicher Straße 33 - Eröffnet 1932

Fotos: (c) Franz Weber