==Geschichte der Kirche==

Mit dem Abteufen des Schachtes Bismark II im Jahre 1891 steigt die Bevölkerungszahl Erles rapide an. Bei einheimischen und zugezogenen Katholiken kommt bald der Wunsch auf, eine eigene Kirche zu besitzen. Am 5.11.1892 wird das vom Münsterschen Architekten Hertel geplante Gotteshaus, eine Notkirche, durch den vom Bischof beauftragten Buerschen Pfarrer Niemann eingeweiht.

Schon bald wird die Rektoratskirche zu klein. Nach kontroverser Diskussion (kostspieliger Umbau/billiger Neubau) vergrößerte Architekt Hertel 1896 die "Hülfskirche" um das Doppelte: das alte Chor wird abgebrochen, an das Langhaus ein großes Querschiff mit zwei zusätzlichen Jochen sowie ein ausgedehnter neuer Chorraum angebaut; am 29.10.1896 wird die Erweiterung durch Pfarrer Naaber benediziert. Ein Jahr danach leistet man sich einen 40 m hohen Kirchturm, aus dessen Fensternische seither die Schutzpatronin St. Barbara auf den Stadtteil blickt.

Einunddreißig Jahre später, im Jahre 1927, hat sich die Zahl der Pfarrmitglieder verdoppelt, so dass man sich wiederum die Frage nach einem Neubau oder einem Umbau stellt. Diesen führt sodann der bekannte Erler Architekt Kötting unter künstlerischer Assistenz des Bildhausers Brüx aus Kleve durch: der Innenraum wird um ein Drittel vergrößert, indem man die Seitenschiffe bis auf die Breite des bestehenden Querschiffs herauszieht. Der frei stehende Kirchturm wird voll in den Bau integriert, wodurch zwei neue, geschützte Kirchenportale, eine Taufkapelle und der Orgelbühnenaufgang entstehen; nun hat die Kirche Platz für 1.600 Gottesdienstteilnehmer (900 Sitzplätze und 700 Stehplätze).

Im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Kriege wird die neugotische Chornische durch eine glatte Wand vom Kirchenschiff abgetrennt und dahinter eine Sakristei eingerichtet. Platz für den Altar bietet das erweiterte Hochchor, welches sich bis zur ersten Säule erstreckt (1950 entfernt man jede zweite). Der Chorraum rückt 1959 um weitere zwei Meter ins Kirchenschiff vor: der zu einem Block umgeformte Marmoraltar steht nunmehr frei im Raum, der Priestersitz hinter dem Altar. Den Chorabschluss bildet eine mit Klinkern aufgemauerte Konche.

In der nachkonziliären Zeit nimmt man dann weitere kleine Veränderungen vor: die beiden Seitenaltäre werden entfernt, da sie nach dem Konzil ohne Funktion sind; die Kommunionbank wird der neuen Kommunionpraxis geopfert und die Zahl der Beichtstühle der geringeren Priesterzahl angepasst; 1978 schließlich werden die Kirchenbänke neu angeordnet; rund 500 Gläubige haben im Gotteshaus einen Sitzplatz.

Zum hundertsten Geburtstag führt die Gemeinde eine große Grundsanierung der Kirche durch: man schafft eine neue Altarinsel und stellt den verkleinerten Altar in die Mitte der Vierung, damit sich die Gäubigen um ihn versammeln können; im Sinne eines basilikalen Grundstils werden verschiedene Nischen geschlossen; die ganze Kirche erhält eine fröhlich-bunte Ausmalung und eine einmalige moderne Beleuchtung. Zum Pfingstfest 1992 feiert die Gemeinde Gottesdienst im neuen Gotteshaus.


== Ausgestaltung der Kirche==

Das große Eingansportal ist geziert von den Symbolen der vier Evangelisten Matthäus (Mensch), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler).

Der Altar ist zusammengesetzt aus Stücken des vorherigen großen Marmorblocks; das Sepulcrum in der Vorderfront stammt aus der Hand des Erlers Hermann Austermann.

Das schmiedeeiserne Gitter sowie die Sedilien fertigt der Essener Kunstschmied Michael Stratmann.

Auch die Beleuchtung entsteht im Kopf und in der Werkstatt von Stratmann in Essen und soll, je nach Schaltung, einen Sternenhimmel symbolisieren.

Das Kreuz über dem Hauptaltar und das Tabernakel sind von Mennekes entworfen und von Willi Polders (beide Kevelaer) geschaffen.

Die Glasfenster der Kirche stammen aus den Jahren 1959 bis 1963, wurden von Hans Mennekes (Weeze) entworfen und von der Firma Derix (Kevelaer) ausgeführt.

An der Turmfront finden sich nach links in der Kapelle das Thema der Dreifaltigkeit und im Turmportal das Thema des Gottesreiches, nach rechts im Turmaufgang die Darstellung der "Arma Christi" sowie im Emporeaufgang zur Orgel das Bild der Heiligen Cäcilia.

Die sechs Fenster im Kirchenschiff zeigen (gegen den Uhrzeigersinn) Schöpfung und Sündenfall, Sintflut und Noahbund, Sinaibund und zehn Gebote, Johannes den Täufer, die Taufe Jesu und seine ersten Jünger, das Opfer Abrahams sowie die Endzeit.

Die beiden Fensterbilder im Chorraum sind dem Messopfer und dem Kreuzesopfer gewidmet; die beiden Fenster in den Seitenportalen den Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Die Betonglasfenster links und rechts des Altares stammen ebenfalls aus der Hand Mennekes/ Derix; das Ornament jeder Wabe ist ein Bild für die "Sonne der Gerechtigkeit".

Das Taufbecken aus Eifel-Basalt ist von Hans Mennekes entworfen und von einer Bildhauerei in Kevelaer ausgeführt, der Deckel von Willi Polders gefertigt.

Die Orgel in der Ostwand der Kirche (Turmseite) stammt aus der Werkstatt Romanus Seifert in Kevelaer und wird am 16. April 1961 eingeweiht. Sie hat 30 Register, drei Manuale (Rückpositiv, Hauptwerk und Schwellwerk) sowie ein Pedal.



Von Willi Polders gefertigt und von Hans Mennekes gerahmt ist das Bild der Immerwährenden Hilfe.

Das Halbrelief "Herz Jesu" im Haupteingang der Kirche gießt der Gemener Künstler Hermann Kunkler im Jahre 1957 in Bronze.

Die hölzernen Andachtsbilder der vier Nischen schnitzt der heimische Künstler Alfons Kirschbaum: den Hl. Antonius, den Hl. Josef, die Hl. Barbara sowie die Hl. Maria als Pieta.

Die neuartigen Beichträume wurden von der Firma Brinkmann gefertigt.

Die Krippenfiguren stammen aus dem Jahre 1948. Der Essener Bildschnitzer Zwernemann schnitzt Köpfe und Gliedmassen und gibt ihnen bewegliche Gelenke. Gemeindemitglieder übernehmen Patenschaften für Bekleidung und Ausstattung einzelner Figuren. Den Stall baut bereits 1948 der damalige Schuldirektor Schulte-Mattler als münsterländer Bauernkate. Die noch fehlenden Tiere schnitzt 1958 der Bildhauer Schorn .

Vier Glocken rufen die Gläubigen seit dem Pfingstfest 1952 zu Gebet und Gottesdienst.

Den steinernen Erzengel Michael auf dem Platz vor der Kirche weiht Pfarrer Steinhaus am Allerheiligentag 1953 als Mahnmal für die Opfer der Kriege .


==Geschichte der Gemeinde - Vorgeschichte==

Die Ursprünge der Katholischen Kirchengemeinde St. Barbara in Gelsenkirchen-Erle sind eng verbunden mit der Entwicklung des Bergbaus im Gebiet zwischen dem Buerschen Berg und den Niederungen der Emscher. Das Vordringen des Bergbaus aus dem Ruhrtal in die Region der Emscher und der damit einhergehende massive Zuzug von Bergarbeitern und deren Familien bringt mit sich: Häuser müssen gebaut werden und natürlich ein Gotteshaus; 1988 gründet sich der Kirchbauverein Erle-Middelich-Sutum. Nach anfänglichem Widerstand des Urbanuspfarrers, der auf den Neubau der Pfarrkirche in Buer konzentriert war, wird der Vikar von St. Urbanus, Bernhard Strumann, zum geistlichen Präses des Kirchbauvereins bestimmt.

==Die Pfarrer==

Bernhard Strumann (* 1860 ; † 1920 in Oberhausen-Osterfeld)


Strumann war Kaplan und später Vikar an der Sankt Urbanuskirche in Buer. Als er das priesterliche Amt in Buer antrat, war er 26 Jahre alt. Zum Priester geweiht wurde er 1886 in der Bischofsstadt Eich­stätt in Bayern.
In Buer leitete er zeitweise die Rektoratschule, und als Präses des Gesellenvereins baute er 1888/89 das bekannte Gesellenhaus an der Hagenstraße. 1891 übernahm er die Betreuung des Erler Kirchbauvereins, der 1888 gegen den Willen des Ortspfarrers gegründet worden war. 1892 hat Erle ihre eigene Kirche, St. Barbara (Erle) an der Bismarckstraße (heute: Cranger Straße). Eine kleine Anfangskirche zwar, aber der Altar steht jetzt hier. Und wenn die Leute auch bei den Gottesdiensten in Trau­ben draußen vor der zu engen "Kapelle" stehen müssen, der gute Wille macht die Messe gültig. Strumann hatte viel Ärger mit dem Kirchenstandort, doch er hat seine Vorstellungen durchgesetzt.
Strumann war auch der Organisator und Straßenbauer der St.-Barbara-Straße und Friedenstraße,die nördlich der Kirche liegen. Das Land dafür hatte er in kluger Voraussicht schon 1894 von dem Kötter Franz Strohmann erworben. So gewann er entscheidenden Einfluss auf die unmittel­bare, städtebauliche Entwicklung in der Nachbarschaft zur Kirche. 1900 wurde unter Ihm das Kinderheim Erle gegründet. Aufgrund seiner Initiative wurde 1907 von der Buersche Spar­kasse das erste Geldinstitut in Erle eröffnet. Strumann gründete den Knappenverein, den Cäcilienverein, den polnischen Arbeiterverin, den Jünglingsverein, die Jungfrauenkongregation, den Frauen- und Mütterverein und den Paramentenverein in Erle. Auch richtete er eine erste Pfarrbücherei ein.
1907 wurde Bernhard Strumann nach Oberhausen Osterfeld beordert, wo er 1920 verstarb.


Josef Steverding (* 16. August  1862 in Rhede, † 24. Juni 1936 ebenda )


Josef Steverding wurde als Sohn eines münsterländischen Bauern am 16. August 1862 in Rhede bei Bocholt geboren. Nach seiner Priesterweihe am 16. Juni 1889 war er Kaplan in Sterkrade, von wo ihn der Bischof zum 1. Mai 1907 als Nachfolger des nach Osterfeld versetzten Pfarrers Bernhard Strumann als Pfarrer an die St. Barbara Kirche in Erle berief. Er übernahm ein schweres Amt. Sein Vorgänger war in den langen Jahren seines Wirkens mit seiner Gemeinde eng verwachsen, mit den wirtschaftlichen und familiären Verhältnissen seiner Pfarrangehörigen eingehend vertraut, er kannte jeden, selbst mit Vornamen, genoß überall, selbst bei Andersgläubigen, unbegrenztes Vertrauen.
So mußte Steverding empfinden, wie schwer es war, Nachfolger eines Strumann zu sein, zumal sich ihre seelischen Veranlagungen nicht immer deckten. Nur langsam vermochte er in seiner Gemeinde Fuß zu fassen und so deren Vertrauen zu erringen. An seinem 40jährigen Priesterjubiläums wurde er zum Prälaten benannt.
Er verstand es sehr gut, sich mit den städtischen und staatlichen Behörden in Verbindung zu setzen, wodurch ihm der Ausbau und die Errichtung der karitativen Anstalten — Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth, Elisabeth-Krankenhaus, Senioren- und Pflegeheim St. Josef und Wöchnerinnenheim  erleichtert wurde. Wegen der letzteren hatte er Kritik aus seinen eigenen Reihen zu ertragen, weil man die Errichtung einer solchen Anstalt nicht als zu den kirchlichen Aufgaben gehörig ansah.
Am 17. September 1933 wurde er aufgrund einer schweren Krankheit in den Ruhestand versetzt und die Gemeinde bereitete ihm eine herzliche Abschiedsfeier, wobei die letzte Ansprache des Prälaten einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden machte.
Josef Steverding verstarb am 24. Juni 1936 an seinem Geburtsort.

Heinrich Steinghaus  (* 14. Februar  1884 in Havixbeck, † 18. September 1954 in Erle )


Steinhaus wurde 1884 als Sohn eines Bauern in Havixbeck geboren. Nach Abschluß der Gymnasialstudien in Warendorf trat er 1905 in das Borromäum in Münster ein und wurde am 5. Juni 1909 im Dom von Münster von Bischof Hermann zum Priester geweiht. 10 Jahre verwaltete er die Stelle eines Vikars in Südlohn, Kreis Ahaus. Dann wurde er 1919 als Kaplan und zugleich als Verwalter des St. Josef-Hospital nach Gelsenkirchen - Horst versetzt. In dieser Stellung baute er das Hospital großzügig aus.
1925 wurde er, unter Entbindung von seinen sonstigen Verpflichtungen, zum Rektor des Elisabeth-Krankenhaus in Erle ernannt. 1933 wurde er Nachfolger von Josef Steverding in derSt. Barbara Gemeinde.
Am Samstag,den 16 Dezember 1933, wurde er als neuer Pfarrer durch eine Deputation des Kirchenvorstandes und einen stattlichen Reiterzug abgeholt und auf der Sutumer Straße (Darler Heide) empfangen und zur Kirche geführt. Am folgenden Sonntag, den 17. Dezember, wurde er durch Dechanten Niehues aus Westerholt in sein Amt eingeführt.
Der atheistische Nationalsozialismus bestimmt den Alltag und versucht, das kirchliche Leben aus der Öffentlichkeit zu verdrängen. Aber die Erler Katholiken leisten aktiven und passiven Widerstand. Am Ende des Krieges hat die Gemeinde 234 Gefallene und 48 Bombenopfer zu beklagen. Kirche, Pfarrhaus und das Senioren- und Pflegeheim St. Josef, Jugendheim und Kindergarten sind schwer beschädigt oder gänzlich zerstört. Nach den zerstörerischen Kriegsjahren ist das kirchliche Leben bestimmt vom Wiederaufbau der Gebäude, aber auch des kirchlichen Lebens.
In die Zeit von Pfarrer Steinhaus fallen auch zwei Gemeindegründungen: Im Schievenviertel und im Haunerfeld besteht ein ''St. Marien-Kirchbauverein Erle Resse'', da beide Pfarreien betroffen sind. Steinhaus ergreift die Initiative; am 17. April 1939 wird die nach den Plänen des Architekten Josef Franke errichtete Kirche von Weihbischof Roleff konsekriert und dem Hl. Konrad geweiht. Ein weiterer Kirchbauverein gründet sich 1948 für den Bereich der Resser Mark. Architekt Paul Günther fertigt die Pläne. Weihbischof Roleff weiht die Kirche am 17. April 1950 auf den Titel der St. Ida. Pfarrer Steinhaus erkrankt 1952 an Krebs, stirbt nach langem Leiden am 18. September 1954 und wird auf dem Hauptfriedhof Buer beigesetzt.
 


Pfr. Theodor Hoffmann (1954-1973)


wird am 14. November 1954 als vierter Pfarrer von St. Barbara eingeführt. Er soll sich ausschließlich der Seelsorge widmen; aber es kommt anders: zwanzig Jahre intensiven Wirkens für den äußeren und inneren Aufbau der Gemeinde. Im Erler Süden wird am 16. Januar 1956 ein neuer Kindergarten eröffnet; dann ein Kindergarten an der Friedenstraße. Es folgt die würdige Gestaltung des Gotteshauses mit dem großen Umbau 1959 und ihrer künstlerischen Ausgestaltung im liebevollen Detail. Bedingt durch die räumliche Ausdehnung der Gemeinde und ihr Anwachsen auf die Größe von mehr als 10.000 Seelen werden zwei weitere Kirchenzentren errichtet: Der alte Plan aus dem Jahre 1951, im Erler Süden ein neues Gemeindezentrum zu errichten, wird von Hoffman neue belebt; 1959 ein Kirchbauverein gegründet. der Bischof versetzt Helmut Ulrich als Kaplan nach St. Barbara mit dem besonderen Auftrag, den Kirchbau von St. Bonifatius und den Aufbau der neuen Gemeinde durchzuführen. Bischof Franz Hengsbach nimmt die feierliche Kirchweihe am 20. Dezember 1964 vor. Für das Berger Feld gründet Hoffmann 1962 einen Kirchbauverein; für die Seelsorge vor Ort kommt Kaplan Silver Kampmeier nach Erle. Nach Errichtung von Kindergarten und Pfarrsaal vollzieht Bischof Dr. Franz Hengsbach die Kirchweihe von St. Suitbert am 15. Mai 1966. Neben dem Pfarrhaus wird im Januar 1965 ein zunächst ganz der Jugend gewidmetes Haus gebaut. Im Jahre 1957 beruft Pfarrer Hoffman einen "Pfarrführungskreis" ein, der sich später zum Pfarrgemeinderat entwickelt und von dem wichtige Impulse für das innerkirchliche Leben ausgehen. In der Zeit von Pfarrer Hoffmann erfolgt die notwendige seelsorgliche Neugliederung Erles, findet das Konzil statt und ist in die Praxis umzusetzen. Am 6. Oktober 1973 erleidet er während der Hl. Messe einen Herzschlag und stirbt am Altar.


Pfr. Richard Voss (1974-1984)
Fünfter Pfarrer von St. Barbara wird am 10. Februar 1974 der Gelsenkirchener Stadtvikar Richard Voss. Er braucht in seiner zehnjährigen Amtszeit keine Neubauten zu errichten und keine wesentlichen Umbauten vorzunehmen; er ist der erste St. Barbara-Pfarrer, der sich fast ausschließlich der Seelsorge widmen kann. Und dies geschieht mit besonderer Betonung der Caritas. In den Jahren 1974/75 baut die Elisabeth Stift-GmbH das neue und moderne Kinderheim; der Erweiterungsbau des Altenheimes St. Josef wird am 22. Oktober 1977 eingeweiht. Pfarrer Voss wird 1980 Stadtdechant und 1984 zum Propst von St. Urbanus ernannt.


Pfr. Theodor Nocke (1984-1991)
Er tritt sein Amt in Erle am 1. Juli 1984 an. Im Mai 1986 feiert Christoph Otten seine Primiz; er ist der dritte Neupriester aus St. Barbara nach Johannes Korte 1904 und Bernhard Gehrmann im Jahre 1963. Nach einer Brandstiftung wird der Altbau des Kinderheimes abgerissen und durch ein neues Gebäude mit Kapelle ersetzt, die am 24. September 1987 geweiht wird. Im Dezember 1989 wird ein "Förderverein 100 Jahre St. Barbara-Kirche Buer-Erle" gegründet; dessen Zweck besteht in der Beschaffung der Mittel für die Erhaltung und Ausgestaltung der Kirche aus Anlass ihrer Hundertjahrfeier. Inmitten der angelaufenen Planungen gibt Pfarrer Nocke seine vorzeitige Pensionierung bekannt; am 22. September 1991 verabschiedet er sich von der Gemeinde.


Pfr. Ulrich Kosch (1991-2000)
Als siebter Pfarrer von St. Barbara wird am 1. Adventssonntag 1991 Ulrich Kosch eingeführt, bislang Diözesanpräses des Kolpingwerkes, Diözesanmännerseelsorger und Pastor von St. Maria Königin in Essen-Haarzopf. Nah einer umfassenden Kirchenrenovierung feiert die Gemeinde mit Weihbischof Franz Grave und vielen Gästen den 100sten Geburtstag der Kirche. In den Jahren 1994/95 wird die Gemeinde durch sechs Gottesdienstübertragungen im Zweiten Deutschen Fernsehen bekannt. Eine Reihe äußerlicher Erneuerungen und innerer Veränderungen geschehen in den dann folgenden Jahren. Schließlich wird ab 1994 die Zusammenarbeit der katholischen Kirchengemeinden in Erle nach und nach intensiviert, werden die Begriffe "Kooperation" und Fusion zum ständigen und brisanten Thema. Auf das Ziel einer Gemeinde Erle hin bildet sich zunächst ein Kooperationsverband der vier Gemeinden (ohne St. Konrad); später wird die Zusammenarbeit von St. Barbara und St. Suitbert "vertraglich" vereinbart. Das "Zusammenrücken" ist in vielen kleineren und größeren Veränderungen und Zeichen erkennbar. 1999 gehen Pfarrer Warnke und Prälat Kamp in Ruhestand, Pater Heitkamp von St. Suitbert wird versetzt. Bischof Dr. Hubert Luthe beauftragt Pfarrer Kosch auch mit der Leitung dieser beiden Gemeinden sowie mit der Vorbereitung der künftigen Fusion. Am 28. April 2000 wird auf dem Bergwerk Ewald/Hugo die letzte Gewinnungsschicht gefahren; alle Glocken läuten. Hier wird nicht irgendein Pütt zu Grabe getragen, sondern der Bergbau in Gelsenkirchen insgesamt. Fast zur gleichen Zeit wird beschlossen: die Kirchengemeinden St. Barbara, St. Bonifatius, St. Ida sowie St. Suitbert werden zum 31. Dezember 2000 aufgelöst; am 1. Januar 2001 wird eine neue katholische Kirchengemeinde Erle errichtet; sie trägt den Namen St. Barbara.


 

==Geschichte der neuen Groß-Gemeinde St. Barbara (ab 2001)==

Am 1. Januar 2001 errichtet Bischof Dr. Hubert Luthe aus den aufgelösten Erler Gemeinden St. Barbara, St. Bonifatius, St. Ida und St. Suitbert die neue Kirchengemeinde St. Barbara und ernennt Ulrich Kosch zu ihrem Pfarrer.

Das ist das Ergebnis eines durch Priestermangel, Gläubigenmangel und Geldmangel ausgelösten etwa 10jährigen Prozesses und einer intensiven, emotionalen und auch kontroversen Diskussion um Kooperation und Fusion.

Die neue Gemeinde steht am Anfang eines neuen Weges, ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich ein neues Profil zu geben. Wichtige Schritte sind bereits getan:

Ein neuer Kirchenvorstand wird gewählt, in dem Repräsentanten aller Gemeindebezirke vertreten sind und gemeinsam für Sorge für ganze Gemeinde tragen.

Ein neuer Pfarrgemeinderat beginnt seine Arbeit und entwickelt die eine neue Gemeinde; die gewählten Mitglieder kommen (einmalig) paritätisch aus den vier Gemeindebezirken.

Ein neuer Arbeitskreis Liturgie des Pfarrgemeinderates stimmt alle liturgischen Feiern der Gemeinde aufeinander ab.

Eine neue Gottesdienstordnung ist so gestaltet, dass Liturgie in allen Kirchen gleichermaßen und würdig gefeiert werden kann.

Ein neuer gemeinsamer Pfarrbrief mit dem Namen "Barbarabrief" wird allen Haushalten der Gemeinde dreimal jährlich gebracht, informiert über das Gemeindeleben und lädt zum Mittun ein.

Ein Pfarrbüro ist zentrale Anlaufstelle für alle Angelegenheiten und Kontakte.

Vom Pfingstsonntag 2003 an nutzen evangelische und katholische Christen der Resser Mark gemeinsam das "Ökumenische Zentrum St. Ida", nachdem Anbau und Renovierung des Pfarrheims und der Kirche abgeschlossen sind. Pfarrer Kosch und Pfarrer Blätgen, Stadtdechant Ernst und Superintendentin Franke-Herber ziehen mit zahlreichen Gästen in die Räumlichkeiten ein und erbitten Gottes Segen für das künftige Miteinander. Ein paritätisches Kuratorium nimmt die Alltagsgeschäfte auf.

Im Frühjahr 2003 beschließt der Pfarrgemeinderat für die Fastenzeit 2004 die Durchführung einer Gemeindemission. Nachdem die neue Gemeinde sich jahrelang mit strukturellen Fragen auseinandersetzen musste, soll durch diese Zeit der Besinnung nun ein spiritueller Impuls gesetzt werden, mit dem sich die Gemeinde wieder stärker Fragen des Glaubens zuwendet. Unter dem Motto "Gemeindetage 2004: Lebendiger glauben - mutiger leben" begleiten zwei Patres des Oblaten-Ordens die Gemeinde 16 Tage lang auf ihrem Weg der Besinnung.

Für Pfarrer Kosch ist dies die letzte große Aktivität mit der Gemeinde. Er ist im Herbst 2003 von Bischof Genn zum Pfarrer der Gemeinden Fronleichnam und Liebfrauen in Bochum ernannt worden. Eine Woche nach Ostern nimmt die Gemeinde Abschied von ihm.

Schon im Mai wird Martin Lohof als neuer Pfarrer in der Gemeinde eingeführt. Mit ihm nehmen auch Kaplan Swen Beckedahl und Pastor Andreas Becker den Dienst in der Gemeinde auf, die mit ihm in einer Priestergemeinschaft gemeinsam im Pfarrhaus leben. Nach einer Zeit des personellen Engpasses ist die Gemeinde mit ihren 10.000 Mitgliedern damit nun wieder gut versorgt. Da im Personalplan allerdings nur drei Stellen in der Seelsorge vorgesehen sind, verlässt Gemeindereferentin Renate Aßheuer im Sommer nach nur etwas mehr als einem Jahr Tätigkeit die Gemeinde im Richtung Wattenscheid.

Im Januar 2005 verkündet Bischof Dr. Genn erneute gravierende strukturelle Veränderungen für die Gemeinden des Bistums. In großem Umfang werden bis zum Jahr 2008 noch einmal Gemeinden zu Großgemeinden zusammengelegt. Auch wenn dieser Prozess noch einmal schmerzliche Einschnitte bedeuten wird, ist St. Barbara durch die Erfahrungen der Fusion der katholischen Gemeinden im Bereich Erle und Resser Mark für diesen Schritt sicher gut gerüstet und macht sich im Vertrauen auf den Geist Gottes auf den anstehenden Weg.

  == Ehrungen ==
Am 20. Juli 1996 erhält  Hans Göbel den Orden "Pro Ecclesia et Pontifice".
Im März 2004 erhält der langjährige stellvertretende Vorsitzende der Kirchenvorstände St. Suitbert und St. Barbara, Alfons Koopmann für seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten im Laufe vieler Jahrzehnte den päpstlichen Orden "Pro Ecclesia et Pontifice".

Quellen:

Festschrift 25 Jahre St. Barbara http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/viewtopic.php?t=1834

Festschrift 50 Jahre St. Barbara http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/viewtopic.php?t=1837

Weblink:

http://www.urbanus-buer.de/index.php/adressen-und-kontakt-barbara

Fotos: Festschriften der Gemeinde, Sammlung Karl-Heinz Weichelt, (c) Franz Weber und (c) M.Westphal