==Geschichte der Kirche==

Den Plan des Gotteshauses entwirft der Essener Architekt Ernst von Rudloff, die Bauausführung übernimmt die Essener Firma Hochtief.

Im Frühjahr 1963 werden auf dem Gelände an der Cranger Straße 16 Betonpfähle 8 m tief in den Fließsand gerammt, um einen sicheren Grund für die tragenden Kirchendachstützen zu erhalten. Eine dicke Betonplatte verschließt das Gelände, als am 29. Juni 1963 die Grundsteinurkunde in den Boden unmittelbar vor dem späteren Altar versenkt wird.

Sodann wird das aus 78 Dreiecksflächen bestehende Dach (es bildet fünf nach oben gerichtete und acht ins Kirchenschiff weisende Pyramiden) am Boden gegossen und mit hydraulischen Pressen auf acht Betonpfeiler gehoben (Firma Messerschmidt Augsburg/München). Anschließend werden die Außenwände aus Klinkerstein gemauert und das Fensterband notverglast.

Bischof Dr. Franz Hengsbach nimmt am 4. Adventssonntag, dem 20. Dezember 1964, die feierliche Weihe vor.

 


 

==Ausgestaltung der Kirche==

Der Erler Bildhauer Kirschbaum fertigt aus "Anröchter Dolomit" den Altar. Dieser wird 1978 durch Heinrich Gerhard Bücker, Vellern, verkleinert und um die dazu passende Tabernakelsäule sowie um den Priestersitz ergänzt . Bücker schafft auch das goldene "Lamm Gottes" an der Frontseite des Altares (1981); das Tabernakel arbeitet der Goldschmied Polders; Kevelaer, aus Elfenbein und Silber.

Von Kirschbaum stammt auch der Taufstein aus dem Jahre 1967, zunächst im Vorraum der Kirche. Der Deckel, in Bronze gegossen, trägt die Inschrift: "Wir sind alle in einem Geist zu einem Leib getauft" (1 Kor 12).

Die neuen Kirchenbänke - es sind 280 Sitzplätze - werden nach dem Entwurf von H.-G. Wilke durch die Schmiede Bettentrup und die Schreinerei Booke angefertigt.

Die zweimanualige Orgel mit 18 Registern wird von der Firma Euler in Hofgeismar gebaut und am 17.2.1974 geweiht.

1979 entstehen, nach einem Entwurf Bückers, die neuen Kirchenfenster in der Werkstatt der Firma Melchior Junglas, Münster.


Den Vorraum der Kirche schmücken vom Folgejahr an weitere Werke Bückers: die Bibel, die Pieta und das Totenbuch , der Kreuzweg und ein Bronzerelief mit dem Martyrium des Bonifatius.

Die Apostelstatuen arbeitet Bücker im Jahre 1980: Matthias, Judas Iskariot, Simon Kanaanäus, Tomas, Matthäus, Judas Taddäus, Andreas, Jakobus, Alfäus, Bartholomäus, Jakobus, Johannes, Philippus, Petrus und Paulus.

Ein Jahr später zieren weitere acht Heiligenfiguren die Säulen der Kirche. Es sind die drei Gründer der Bistümer, aus dessen Teilen das Bistum Essen entstand: Liudger (Münster), Liborius (Paderborn) und Maternus (Köln) sowie Altfrid (Gründer des Stiftes Essen), ferner Johannes der Täufer, der Prophet Jesaja, der Evangelist Matthäus sowie der Evangelist Lukas.

Im gleichen Jahr kommen im Altarraum das große Kreuz sowie die Madonna hinzu, ebenfalls Werke Bückers.

Bischof Dr. Franz Hengsbach weiht 1980 auf dem Zuweg der Kirche Bückers Marienstatue "Madonna von Erle".

Zum Weihnachtsfest 1980 ist erstmals die Krippe des polnischen Künstlers Roman Sledz zu bewundern , die in den folgenden Jahren kontinuierlich ergänzt wird.

Das bronzene Lesepult wird im Jahre 1999 bei der Firma Ludwig in München erstanden.


==Geschichte der Gemeinde - Vorgeschichte==

Im Jahre 1951 befasst sich der Kirchenvorstand von St. Barbara auf Initiative von Pfarrer Heinrich Steinhaus mit der Errichtung eines neuen Gemeindezentrums im Erler Süden; das Randgebiet Untererle, das bis über die Emscher und den Kanal reichte, soll ein eigener Pfarrbezirk werden. Zunächst erwägt man als Standort den Hedwigsplatz in der alten Zechensiedlung von Graf Bismark. Dann kann die Pfarrei St. Barbara in der Nähe des Forsthauses ein Grundstück erwerben, wo zunächst ein Kindergarten errichtet und im Jahre 1956 durch Pfarrer Theodor Hoffmann eingeweiht wird. Den Plan, hier auch eine Kirche zu bauen, gibt man jedoch auf und entscheidet sich für ein Grundstück an der Cranger Straße. 1959 gründet Pfarrer Theodor Hoffmann den Kirchbauverein St. Bonifatius.

==Die Pfarrer==

Pfr. Helmut Ullrich
Im Oktober 1962 ernennt Bischof Dr. Franz Hengsbach den Priester Helmut Ullrich zum Kaplan an St. Barbara mit der Aufgabe, den Seelsorgebezirk St. Bonifatius zu betreuen und die neue Gemeinde aufzubauen. Der Bau des Gotteshauses wird am 20. Dezember 1964 mit der Kirchweihe durch Bischof Hengsbach vollendet. Der Seelsorgebezirk St. Bonifatius der Pfarrei St. Barbara wird am 1. Februar 1964 zur Expositur erhoben und Kaplan Ullrich im April zum Pfarrvikar ernannt; am 1. Dezember 1965 wird die Expositur selbstständige Kirchengemeinde und Helmut Ullrich ihr Pfarrer. Weiterhin wirkt Ullrich für den Aufbau seiner Gemeinde: durch Architekt von Rudloff entsteht das Pfarrhaus, welches 1966 bezogen werden kann; Architekt Wildenhues errichtet das Angestelltenwohnhaus, das 1967 fertiggestellt wird. Gleichzeitig initiiert er in den folgenden Jahren das Entstehen von Pfarrcaritas, Frauen- und Müttergemeinschaft, KAB, Pfarrjugend und Chorgemeinschaft. Priesterliche Mitarbeiter sind die Religionslehrer Heinrich Beckmann (1966) und Alois Otremba (ab 1967), bis Bischof Hengsbach ihn Ende 1970 zum Pfarrer der Fronleichnamsgemeinde in Essen-Borbeck ernennt.


Pfr. Heribert Warnke
bislang Kaplan in Gelsenkirchen-Bismark, wird zu seinem Nachfolger ernannt und von Dechant Hubert Quasten am 7. März 1971 in sein Amt eingeführt. 1972 ist das Pfarrheim, noch von Pfarrer Ullrich geplant und vom Architekten Dr. Paul Günther entworfen, fertig. Zusammen mit Pfarrer Warnke arbeiten die Religionslehrer Hermann Zimmermann (71-82) und Egon Martin (83-87) sowie Prälat Clemens Kamp (88-99), bis er Ende Mai 1999 als Ruheständler nach St. Hedwig in Resse umzieht.


Pfr. Ulrich Kosch
Bischof Dr. Hubert Luthe ernennt Pfarrer Ulrich Kosch von St. Barbara zum Pfarradministrator der Rektoratspfarrei mit der Aufgabe, die Kooperation der Erler Gemeinden untereinander einzufordern, zu verlebendigen und so weit zu führen, dass nach zwei Jahren eine neue Pfarrei errichtet werden kann.

Am 1. Januar 2001 wird die Pfarrei St. Bonifatius aufgehoben und mit den ebenfalls aufgehobenen Pfarren St. Barbara, St. Ida und St. Suitbert zu einer neuen Gemeinde vereinigt, die den Namen "St. Barbara" trägt.

 

Foto: (C) M.Westphal