Im Neubaugebiet Berger Feld an der Surkampstraße entstand 1960 eine 14-klassige Volksschule. Die Baukosten betrugen 1,8 Mio. DM. Es handelt sich um eine so genannte Aulenschule, ein Schulhaustyp, bei dem die Klassenräume in zwei Etagen um eine große Pausenhalle herum liegen.

17.11.1961
In der Pausenhalle der neuen Schule findet die feierliche Einweihung des Gebäudes in Anwesenheit des Oberbürgermeisters und anderen Persönlichkeiten statt. Das Schulhaus wird der Evgl. Salzmannschule zur Nutzung übergeben. Zehn Klassen mit 414 Schülern ziehen ein. Fünf Klassen mit 204 Schülern verbleiben im alten Haus an der Neustraße.

8.6.1962
Die evgl. Salzmannschule wird geteilt. An der Surkampstraße entsteht die Salzmannschule II.

3.4.1963
Durch Erlaß des Kultusministers erhält die Schule den neuen Namen "Theodor-Fliedner-Schule". Der Name ist bis heute im Volksmund lebendig geblieben.

15.5.1965
Die Schule wächst bis auf 625 Schüler an, die in 16 Klassen unterrichtet werden.

15.8.1968
Schulreform, In NRW werden die Volksschulen aufgelöst. Es entstehen stattdessen Grund und Hauptschulen. Aus den Klassen 5 bis 9 der Theodor-Fliedner-Schule und der Von-Galen-Schule wird die Hauptschule an der Surkampstraße.



1969-1978
Der so genannte Pillenknick in der Bevölkerungsstatistik wächst in die Schule hinhein. Die Gründung der ersten Gesamtschule und deren Bau im Berger Feld lassen die Schülerzahlen um ca. 1/4 sinken. Zwischenzeitlich wird das Schulhaus innen auf die Bedürfnisse einer Hauptschule ausgebaut.

15.8.1984
Die Hauptschule an der Neustraße wird mit der Hauptschule an der Surkampstraße zusammengelegt.

1.2.1986
Der Schule werden 37 libanesische Asylantenkinder zugewiesen, die in zwei Vorbereitungsklassen Deutsch lernen.

1.5.1986
Die Neuanmeldungen für Klasse 5 steigen erstmals wieder an.

Seit 1988 wird das Gebäude an der Surkampstraße als Nebengebäude der Hauptschule Frankampstraße genutzt.

Quelle: Festschrift 25 Jahre Schule an der Surkampstraße, 27.6.1986 Franz Bunsen (Rektor von 1968 bis 1988)

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aus den Erzählungen von Karl-Heinz Mrosek:
(vom 1.6.1971 bis 31.7.1972 als Lehramtsanwärter, und danach bis 31.7.1988 als Lehrer dort tätig)


Als die Schule in Planung war rechneten Eltern und Lehrer der katholischen von Gahlen Schule am Standort Heistraße wohl damit, dass diese Schule wegen ihrer unmittelbaren Nähe zur St.Suitbert Kirche in dieses schöne neue Gebäude umziehen würde. So wäre dann für die evangelische Salzmannschule an der Neustraße zusätzlicher Platz an der Heistraße freigemacht worden . Dass es so nicht kam ,ist auf den Kampf des "Bürgervereines Berger Feld "zurückzuführen, der sich extra aus diesem Grunde gebildet hatte. So wurde der Neubau zunächst Filiale der Salzmann Schule und später als Theodor Fliedner Schule selbstständige Evangelisch Volksschule. 1969 entstand dann hier als christliche Gemeinschaftsschule die Hauptschule an der Surkampstraße. Direkt nach der Gründung wurde die Schule zunächst von dem Konrektor der alten Volksschule geleitet. Das war Herrmann Westerhoff. Er wechselte wenige Jahre später als Stufenleiter 5/6 an die neue Gesamtschule Berger Feld. Dort war er Mitglied des Gründungskollegiums. Der erste Rektor dieser Hauptschule war der Rektor Franz Bunsen. Er kam von der Grundschule an der Heistraße. Er führte sofort an dieser Schule die 5-Tagewoche ein. Aufgrund des Lehrermangels fielen damals 30% des Unterrichtes aus. Da konnte man die verbleibenden 70% auch an 5 Tagen erledigen. Jedenfalls waren Schüler Eltern und Lehrer begeistert. Ob die damalige Schulrätin je dahinter gekommen ist, darf man getrost bezweifeln. Es gab ja schließlich noch keine Evaluation.
 
Lehrer Otte war ein echter Erler Junge. Sein Elternhaus stand auf der Surkampstraße.Er war von der evangelischen Volksschule übernommen worden und auch nach der Auflösung 1988, als die Schule von der Hauptschule geschluckt wurde und in der Surkampstraße nun Unterricht des Systems Hauptschule Frankampstraße stattfand unterrichtete er weiterhin am Standort Surkampstraße. Und nicht nur das, es gelang ihm auch bis zu seiner Pensionierung seinen alten Klassenraum zu verteidigen. Beim Bau der Schule 1961 war bereits eine für damalige Verhältnisse großzügige moderne Küche eingebaut worden. Während der Volksschulzeit hatten hier (nur)die Mädchen Kochunterricht. Nach der kleinen Schulreform von 1968 hatten dann alle Hauptschüler, auch die Jungen Hauswirtschaftsunterricht. !968 kam auch Frau Wolff. Fächer :Textilgestaltung und Kochen. Beim Kochen wurden die Klassen geteilt. Eine Hälfte hatte Werken die andere kochte damals immer mit einer frischen Schürze. Alle Schüler liebten diesen Unterricht der an dieser Schule nur von Frau Wolff in ihrer Küche abgehalten wurde. In Fünfergruppen backten ,brieten und kochten sie um es anschließend gemeinsam im Speiseraum zu verzehren. Wenn man als Klassenlehrer Glück hatte, wurde man manchmal zum Essen eingeladen. Das schweißte Schüler und Lehrer zusammen. Wenn dafür dann eben in einer anderen Klasse mal diese Stunde ,die der nun speisende Lehrer hätte halten müssen, ausfiel, nahm man das hin. Es wurden eben andere Prioritäten gesetzt. Das wäre heute undenkbar Schande! Im letzten Jahr (2006)nahm ich an einem Klassentreffen teil. Die Schüler waren begeistert, dass Frau Wolff auch gekommen war. Das Thema Kochunterricht war eines der Hauptthemen an diesem Abend, Ein Schüler war durch den Kochunterricht veranlasst worden eine Kochlehre zu machen. Ein anderer hatte sein Kochheft mitgebracht und erzählte dass er seine Familie an Wochenenden nach Rezepten von Frau Wolff bekoche. Frau Wolff ist mittlerweile über 80 und wohnt immer noch in ihrer alten Wohnung in Buer.



Bei dem Schulgebäude handelt es sich um eine Aulenschule. Das heisst, die Klassen -und Verwaltungsräume sind an den 4 Seiten eines quadratischen, überdachten, Licht durchfluteten und beheizten Innenhof angelegt.(Ich komme schon wieder ins Schwärmen.)Der Innenhof ist zwar unterkellert, diese riesige Kellerhalle ist jedoch nicht nutzbar, da sie keine Stehhöhe hat. Es gibt auch keinen festen Boden. Man läuft auf loser, schwarzer Glasasche. Es war wohl mal geplant hier ein Lehrschwimmbecken zu errichten, doch das ist wohl endgültig Vergangenheit. Unter den Klassentrakten befanden sich an der Westseite Kellerräume, die die Größe der darüberliegenden Unterrichtsräume hatten. Diese Räume wurden von der schule als Aktenarchiv, Möbelspeicher. Rumpelkammer und Werkraum für schmutzige Arbeiten genutzt. In den weiteren Trakten waren der Koksbunker die Heizungsanlage und weitere Räume, die nur der Hausmeister benuzte, untergebracht. Neben dem Schulgebäude lag dann die Sporthalle, und die war auch unterkellert. Einmal hatte die Schülervertretung eine (gute)Idee: In diesem schönen großen Keller wollte man einen Partyraum einrichten. Es gelang die Lehrerschaft und den Schulleiter für diese Idee zu gewinnen, nur die Stadt machte mit fadenscheinigen Argumenten Schwierigkeiten. Aber wir ließen nicht locker und bestanden auf eine Begehung mit der Verwaltung. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: LUFTSCHUTZTÜREN ! Die Turnhalle war samt Keller als Katastrophenraum eingeplant. Es war eben kalter Krieg und nicht Partytime angesagt. Es wurde dann doch noch auf der Westseite des Schulgebäudes ein Partyraum eingerichtet, Der war aber doch eher klein und hatte keine direkte Toilettenanbindung. Klassenfeten hat es hier gegeben und auch einige Lehrerfeten. Ob es den Raum so noch gibt? Ich weiß es nicht. Anfang der 70ger Jahre wurde auf dem Schulhof ein Brunnen gebohrt und ein attraktiver Brunnenaufsatz mit Fontäne errichtet. Aber Ihr könnt es Euch sicher schon denken ,es ging nicht um erbauliche Wasserspiele. Es war als Wasserentnahmestelle im Katastrophenfall gedacht.

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weitere Schulen, die es mal in Erle gab und heute teilweise immer noch gibt :

* evangelische Volksschule I -Regenbogenschule- an der Schulstraße . seit dem 15. August 1890  und am 13. Juli 2010 geschlossen,  2012 abgerissen.

* evangelische Volksschule -Salzmann Schule-, Neustraße, seit dem  1. Mai 1898, heute städtische Musikschule

* Katholische Volksschule I Cranger Straße seit 1880 - 1967 abgerissen

* Katholische Volksschule II Brukterer Straße / Darler Heide seit Januar 1897 , am 9. November 1944 zerstört

* Evangelische Volksschule II Frankampstraße

* Evangelische Volksschule III -von-Gahlen-Schule-, heute Grundschule, Heistraße seit 1901 (Hompage der Schule)

* Evangelische Volksschule IV Frankampstraße, seit 1906/1907 ,wurde 1944 zerstört

* Katholische Volksschule III Wodanstraße, seit 1906/1907 , wurde 1984 abgerissen

* Evangelische Volksschule -Astrid-Lindgren-Schule- Heinrichstraße, seit 1910/1911

* Hauptschule an der Frankampstraße (Bernhard-Letterhaus-Schule) seit 1967

* Gesamtschule Berger Feld seit 1974 (Homepage der Schule)

* Grundschule Leythe Schule, Ostsstraße seit 1957

* Gerhart-Hauptmann-Realschule Frankampstraße (Homepage der Schule)

* Städtische Förderschule -Michael-Ende-Schule- Surressestraße (Homepage der Schule)

Fotos: Karl-Heinz Mrosek und (c) M.Westphal