Erle 1974

== Geographie ==

Gelsenkirchen-Erle liegt nördlich des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher. Im Osten grenzt es an den Wald Resser Mark.
Durch Erle fließen auch mehrere Bäche, so z.B. der Leyther Mühlenbach und der Knabenbach. Erle liegt im Stadtbezirk Ost, genau so wie Resse und Resser Mark.

Der Stadtteil ist ausschließlich von anderen Stadtteile in Gelsenkirchen umgeben. Im Nordwesten grenzt Erle an Buer , im Nordosten an Resse, im Osten an Resser Mark, im Süden an Bismarck und Schalke-Nord und im Westen an Beckhausen. Im Mittelalter wurden seit 1230 große Teile des südlichen Gelsenkirchen vom wehrhaften, mit Zinnen bewehrten und von einem Wassergraben umgebenen Rittergut Haus Leythe aus bewirtschaftet.

Der Stadtteil gliedert sich in Erle, Berger Feld und Middelich.

==Geschichte==

Das heutiges Erle entwickelte sich im Laufe seiner Geschichte aus zwei sehr alten Bauernschaften: Aus Middelich (erstmals 1150 genannt) und aus Erle ( erste Nennung 1220). Beide lagen nebeneinander am Südhang des Buerschen Berges. Middelich war eine Bauernschaft die und heute zum Ortsteil  gehört.1150 wird der Ort „Middelwic"  In einer Besitzaufstellung des Stiftes Werden zum ersten Male erwähnt  . Eine ganze Reihe alter bekannter Höfe und Kotten, die ihre Namen für viele Erler Straßen hergaben, lagen in Middelich.
Die erste Katasterkarte der Gemeinde Buer aus dem Jahre 1822/23 gibt die Lager im Erler Gebiet zwischen Emscher und dem Buerschen Berg zu Beginn des 19. Jahrh. wieder.
Die Siedlungsschwerpunkte und das Landwirtschaftlich nutzbare Land liegen eindeutig im Norden, weit entfernt vom heutigen Mittelpunkt des Stadtteils.
Es ziehen sich drei Wege von Süd nach Nord:
Der Mittelweg von Bochum nach Buer, ist der Vorgänger der Cranger Straße. Die beiden Parallelwege links und rechts heißen heute Wilhelmstraße / Heistraße und Frankampstraße.
Auch wichtige Querverbindungen sind 1822 bereits eingefahren: Die Darler Heide als Verbindungsweg über Haus Darl und Haus Balken nach Sutum, die Middelicher Straße über das Schievenviertel, die Emil-Zimmermann-Allee als Verbindungsweg am "Erlschen Feld" zur "Chausee nach Horst.
Die Industrielle Revolution (um 1910) durch die Zeche Graf Bismarck, gestaltete den Stadtteil völlig um.

Erle 1894

Der heutige Stadtteil Erle hat keine Verwandtschaft mehr mit dem Wohngebiet der alten Bauernschaften.
Zwischen 1918 und 1945 blieben die Veränderungen sehr gering.
Die zweite große Veränderung geschah ab 1950. Eine wahre Bau- und Bevölkerungsexplosion füllte bis dahin verbliebene Freiflächen im Kern und in den Außenbereichen, und es entstand das Berger Feld. Das Siedlungsgebiet Berger Feld entstand in den 1950 Jahren. Lediglich  die Häuser an der Weststraße stammen als geschlossene Straßenzüge aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.
Zeugen mittelalterlicher Besiedlung waren die beiden Rittersitze Haus Darl und Haus Balken. Beide Rittersitze sind heute vollkommen verschwunden. Die Erinnerung an Haus Darl wird in den Straßenbezeichnungen „Darler Heide" und „Darler Straße" wachgehalten. Der größte Teil des Berger Feldes aber hat früher zu der sogenannten ''Berger Mark'' gehört, die nach dem Rittersitz Berge gleich jenseits der nördlichen Begrenzung des Gebietes benannt wurde.
Den Herren auf Schloss Berge waren viele Höfe aus der Umgebung bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts abgabenpflichtig. An diese Zeit sollen die Bezeichnungen Lehenstraße und Zehntenstraße erinnern, während die Namen Flachsbachstraße und Fette Wiese darauf hindeuten, daß es in der Berger Mark nicht nur ackerbauliche und holzwirtschaftliche Nutzung gab.
Die Namen Pannhütte und Pottenort dagegen gehen auf das Ereignis der Industrialisierung zurück, hat doch hier eine Ziegelei gestanden, die einen Großteil der Häuser des Stadtteils Erle mit Dachpfannen belieferte, nachdem der Bergbau seinen Einzug in diesem Gebiet gehalten hatte.
Durch die Bebauung auf dem Brachland des ehemaligen Flugplatzes in den 1970er Jahren hat sich die Fläche des Siedlungsgebietes Berger Feld fast verdoppelt.
Heute befinden sich auf dieser Fläche die Gesamtschule Berger Feld, das alte Parkstadion, die Veltins-Arena und das Mulitplex-Kino und reicht bis zur Kurt-Schumacher-Straße.

== Freizeit ==
In Gelsenkirchen-Erle sind folgende Freizeiteinrichtungen vorhanden:

* Emscher-Lippe-Halle im Sportparadies (Schwimmhallen, Freibad, Eislaufhalle, sonstige Veranstaltungen, Schießen, Kegeln und eine Sportbar)
* Veltins-Arena (Stadion des FC Schalke 04 mit Fußballspielen, Events, Biathlon usw.)
* Multiplex-Kino (Gelsenkirchens größtes Kino mit 9 Sälen)
* Tennisplätze An der Gräfte der Tennisgemeinschaft Erle
* Golfplatz Haus Leythe des Gelsenkirchener Golf-Club Haus Leythe


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mehr über Erle

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Bei den Eingemeindungen der früher selbständigen Gemeinden Schalke, Ückendorf (1903) sowie Rotthausen (1924) und durch die Vereinigung der Städte Gelsenkirchen und Buer sowie der Landgemeinde Horst-Emscher zur Großstadt Gelsenkirchen-Buer zum 1. April 1928 wurde es notwendig, Straßenumbenennungen in allen Stadtteilen vorzunehmen, damit die Straßenbezeichnungen eindeutig waren. Während der Zeit des Nationalsozialismus sind wiederum Straßen von dem herrschenden Regime umbenannt worden, die nach dessen Ende wieder eine neue Straßenbezeichnung bekamen.

Das mußte daher auch in Erle passieren und deshalb wurden folgende Straßen unbenannt:

* Adenauerallee (Berger Allee) --- Hermann-Göring-Allee
* Adenauerallee --- Hafenstraße (zwischen Kanal und Willy-Brandt-Allee)
* Baldurstraße --- Teutstraße
* Borgswiese --- Kirchstraße
* Bruktererstraße --- Sachsenstraße
* Cranger Straße --- Bismarckstraße
* Darler Heide --- Sutumerstraße
* Emil-Zimmermann-Allee --- Seestraße (Autobahnzubringer A 2 zwischen  Kurt-Schumacher-Straße und Adenauerallee)
* Frankampstraße --- Friedrichstraße im 2. WK Woltmannstraße
* Middelicher Straße --- Grenzstraße
* Münsterstraße --- Markenstraße , teilweise Verbandsstraße (1934)
* Willy-Brandt-Allee --- Balkenstraße --- Vom Forsthaus Richtung Wanne: Cranger Straße

und dann gab es noch die Kettelortstraße (von der Emscherstraße bis zur Eschfeldstraße genau am ehemaligen Flugplatz vorbei) und den Grünweg (in Teilen mit der heutigen Dieselstraße identisch)

In Stadtplänen taucht die Norbertstraße auf. Es war ursprünglich geplant die Zufahrt zur Vaillant Group so zu benennen, was aber nie passiert ist.

Quelle: zum Teil aus Wikipedia